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Gestern habe ich Rotwein getrunken. Das ist an sich nicht weiter erwähnenswert, ich trinke ständig Rotwein. Ich wusste gar nicht mehr, wo die Flasche herkam. Es war ein französischer Wein. Literflasche. Mit Schraubverschluss. Landwein. Vermutlich Plörre. Keine großartigen Angaben auf dem Etikett. Ich gebe zu, ich habe kurz gezögert, bevor ich ihn aufgemacht habe. Die Farbe: blass. Ich mag keine Weine, durch die man durchsehen kann, ich mag die dunklen, schweren Weine, die fast wie dickes schwarzes Blut aussehen. Ich habe vorsichtig daran gerochen. Ein Wirrwarr an Aromen schlug mir aus dem Glas entgegen. Dann, ein vorsichtiger erster Schluck, während ich eigentlich schon überlegte, welchen „echten“ Wein ich mir aus dem Keller hole. Aber irgendetwas an dem Geschmack löste eine ganz entfernte Assoziation bei mir aus. Ich nahm das Glas mit auf die Terrasse, nippte ein paar Mal daran und schloss dann die Augen. Gerade noch war es kühl, aber plötzlich fühlte ich die Sonne auf meiner Haut, sah weite Felder, mit Sonnenblumen, Lavendel und Weizen. Und ich ließ mich in dieses Bild fallen, war plötzlich in der Provence, stellte mir den Bauern vor, der diesen Wein gemacht hatte. Der vielleicht wußte, dass das nie ein großer Jahrgang werden würde, aber der sich bemühte, das, was sein Feld und seine Reben hergeben, so gut wie möglich zu nutzen. Ich sah ihn vor mir, wie er abends vom Feld heimkam, die schweren Stiefel abstreifte, sich ein Glas von diesem Wein einschenkte, eine Gauloise dazu anbrannte und in den Sonnenuntergang blickte. Und wie er sich daran freute, dass es sein Wein war, sein eigener Wein. Den er die nächsten Jahre immer besser machen würde, so lange, bis er zufrieden damit war. Und in Gedanken lächelte ich ihn an, sagte „salute“ zu ihm und freute mich mit ihm darauf.

Feld

Für mich ist Ostern etwas Besonderes. Etwas besonders Schönes. Es komprimiert für mich mit den wenigen Tagen von Karfreitag bis Ostermontag ganze Lebenssituationen. Ich bin zwar gläubig, aber mein Glaube ist sehr wenig an eine der führenden Weltreligionen angelehnt. Dennoch deprimiert mich der Karfreitag immer ein wenig. Tanzverbot, Jesuswitze, traurige Filme, Ablehnung auf der einen Seite, zu große Dramatisierung auf der anderen. Der Ostersamstag ist dann irgendwie schon entspannter, ein Tag, der „so dazwischen“ hängt, ohne feste Richtung, aber mit der Aussicht auf zwei weitere Tage, an denen man schöne Dinge tun kann. Und dann kommt der Bilderbuchtag. Der Ostersonntag, ein ganz besonderer Sonntag, hat man ihn doch quasi doppelt, durch den darauffolgenden Feiertag. Alles, was man sonst sonntags macht, immer auch ein bisschen hektisch, weil man ja ganz viel Entspannung reinpacken möchte, ist plötzlich leicht, unbeschwert. Weil man ja am Ostermontag noch einmal dazu Gelegenheit hat. Und so bedeuten diese vier Tage für mich, dass man sich erst ein bisschen durchkämpfen muss, dann durchatmet und dann alles gut wird. Wie so oft auch im Leben. Und anders als Weihnachten, wenn man in ein oft ungewisses neues Jahr aufbricht, ist man Ostern schon ein wenig etabliert, im neuen Jahr. Der Frühling hat schon begonnen, alles ist schon im Fluss, nicht mehr ganz neu, aber dafür unaufgeregter. Und so kann jeder, ob nun Ostern für ihn ein christliches Fest ist, oder „nur“ ein paar Feiertage, dieses Fest auf seine Art genießen. Denn diese kurze Auszeit, die die Seele streichelt und einfach ein wenig Hektik nimmt, tut uns allen so gut. Also ist es ein Aufbruch, ein Neuanfang, eine Orientierungshilfe, wie auch immer jeder das für sich auslegen mag, ganz egal, es ist gut. Und so bekommt vielleicht auch für den einen oder anderen der Begriff „gesegnetes Ostern“ eine neue Bedeutung. Denn Segen ist nicht nur etwas Liturgisches, Segen ist etwas, das wir in vieler Hinsicht verwenden. „Es ist ein Segen“ ist längst auch im Sprachgebrauch verankert, für etwas allgemein Gutes. In diesem Sinne, wünsche ich allen ein gesegnetes Osterfest.

Ostern

Salve, Ciao, Hallo,

ich habe ja keinerlei Ahnung von Dingen wie „ich verlose jetzt mal was“, aber, ich bekomme seit Erscheinen meines Romans immer wieder so viele schöne Bilder von meinen Lesern, auf denen sie mein Buch fotografiert haben. Manchmal ist ein Tässchen Espresso mit drauf, oder ein Stück Balkon, oder irgendein kleiner Ausschnitt des jeweiligen Leseplatzes, an dem sie es sich gemütlich gemacht haben. Mich freut das immer unheimlich, und daher dachte ich, das muss ich auch irgendwie honorieren.

Daher: schickt mir eure Fotos mit meinem Buch darauf, egal, ob mit Printausgabe oder mit ebook auf einem Lesegerät. Bis Ende März sammle ich die Fotos und verlose dann unter allen Einsendern einen Einkaufsgutschein für Amazon im Wert von 25 Euro sowie eine handsignierte Ausgabe meines Romans.

Um welchen Roman es eigentlich geht? Um mein gerade erschienenes Buch „iL Tedesco – Der Deutsche“, es ist unter folgenden Quellen erhältlich:

iL Tedesco – Der Deutsche ist soeben als Buch erschienen:

-> Taschenbuch

-> ebook

-> ibooks-Apple

Bitte sendet die Fotos an folgende E-Mail Adresse: chiaras.bestpicture@yahoo.com

Ich freue mich auf eure Bilder!

Liebe Grüße

Chiara

P.S. ein bisschen Rechtliches muss vermutlich sein: Jeder Einsender erlaubt mir, sein Foto auf meinem Blog sowie in anderen sozialen Netzwerken unter meinem Account zu posten. Der Rechtsweg bei der Verlosung ist ausgeschlossen. Der Los-Gewinner erhält eine Taschenbuchausgabe von „iL Tedesco – Der Deutsche“ mit seiner Wunsch-Signatur sowie den Amazon-Gutschein im Wert von 25,– Euro per Post auf meine Kosten zugesandt.

iL Tedesco

Hier eine kleine Auswahl der bisher eingesandten Fotos, Reihenfolge oder Veröffentlichung stellen keine Wertung dar:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2013 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 22.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 8 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Danke euch

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs einen ganz bezaubernden Jahresausklang und ein wundervolles 2014. Und ich möchte mich bei euch bedanken, fürs Lesen, für die Kommentare, die Fragen. Ihr macht meinen Blog lebendig und gebt mir die Motivation zu schreiben.

Insgesamt war 2013 für mich ein sehr hartes Jahr, mit viel Arbeit, vielen Höhen und Tiefen, nicht so sehr beruflich, aber mental hat es mich sehr ausgelaugt. Mein ursprünglicher Zeitplan, nach Italien zurückzukehren, hat sich, wie schon die Jahre davor, wieder weiter in die Zukunft verschoben.

Versöhnlich war für mich dagegen, dass ich mein Buch beendet habe. Es hat mich viele Tränen gekostet, “iL Tedesco” zu schreiben. Aber ebenso viele Tränen habe ich vergossen, weil die Unterstützung durch euch so groß war. Die unzähligen lieben und aufmunternden Kommentare hier im Blog, aber auch in den Netzwerken, ob auf Twitter, auf Facebook oder g+, das war wirklich sehr bewegend, diese liebevolle Unterstützung zu bekommen.
Als ich kurz vor Weihnachten tatsächlich dann das erste gedruckte Exemplar in den Händen hielt, konnte ich es kaum glauben. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl, das ich mir immer wieder in Erinnerung rufe, wenn ich in diesen Tagen, wie jedes Jahr, etwas “durchhänge”. Ihr, meine Leserinnen und Leser, seid es, für die ich schreibe. Und ich möchte das wirklich deutlich machen, dass ich dafür dankbar bin. Das Sahnehäubchen, das ich als euer Weihnachtsgeschenk nehme, war, als ihr mein Buch bei Amazon sogar für ein paar Tage unter die „Top 100“ gebracht habt.

Für 2014 habe ich zwei große Projekte. In meiner Countdown-App zählt der Timer die Tage runter, bis zum 31.12.2014. Das Ziel des Countdowns ist meine Heimkehr nach Italien. Und natürlich das zweite Projekt, wie am Ende von “iL Tedesco – Der Deutsche” versprochen, schreibe ich den zweiten Teil des Romans. Ich werde meine Geschichte weitererzählen, erlebt habe ich in drei Jahren in Deutschland dazu genug. Der Titel steht bereits fest: “La Tedesca – Die Deutsche”.

Feiert schön und kommt gesund und glücklich in ein für uns alle grandioses 2014.

Eure

Chiara

Silvester

Es ist schon ein bisschen her, aber da ein Tannenbaum darin vorkommt und mich das Erlebnis tief beeindruckt hat, passt es finde ich ganz gut zu Weihnachten.

Er ist achtzig und sein Leben hat er auf seinen Feldern verbracht. Er zeigt mir seinen Hof, und will wissen, wie wir das in Italien machen. Er versteht mich nicht sehr gut, weil seine Ohren nicht mehr so wollen, ich verstehe ihn nicht so gut, weil mein Deutsch nicht für Dialekte reicht. Aber unsere Herzen sprechen die gleiche Sprache. Dann zeigt er mir den Baum. Dazu deutet er in einem der Ställe auf ein Fenster, es geht zur Nordseite, gleich gegenüber, nicht mal ein Meter, ist eine hohe Mauer. Es ist dunkel in dieser schmalen Gasse, kalt, und nie scheint dort die Sonne. Ich sehe die Spitze eines Tannenbaums, ein paar zartgrüne Ästchen. Vor vielen Jahren, erzählt er, entdeckte er dort unter dem Fenster ein kleines Tannenbäumchen, nur ein paar Nadeln, ein paar Zentimeter hoch. “Ich habe mir vorgenommen, so lange zu leben, bis das Bäumchen so hoch ist, dass ich es von hier drin aus sehen kann. Jetzt, wo es soweit ist, ist jeder Zentimeter mehr ein Geschenk.” Er lächelt dabei, zufrieden. Ich wünsche ihm noch viele Zentimeter.

(Die Geschichte stammt aus meiner Rubrik Daily, erschienen Februar 2012)

Bild

Bevor ich dazu komme, wie ich meinen Fetisch auslebe, will ich kurz schildern, was mir wichtig ist. Ich mag es, wenn es sich leicht einführen läßt, ohne gleich in Arbeit auszuarten. Denn das garantiert auch das leichte Herausgleiten, bevor sich der Genuss ergießen kann. Auch darf er nicht zu hart sein. Zu hart ist schlecht, denn dann bleibt er zu gerne in der engen “Röhre” stecken und das kann sogar manchmal richtig weh tun. Aber warum Fetisch? Ganz einfach, zum einen sammle ich gerne, das ist eine Art Befriedigung, und ich mache Dinge gerne richtig, das erhöht für mich den Genuss.
Eigentlich gibt es nur eine einzige Art von Korkenziehern, die man verwenden sollte. Nämlich das sogenannte “Kellnerbesteck”. Warum? Ganz einfach. Es verfügt über ein kleines, ausklappbares Messer, mit dem man die Schutzkappe des Korkens sauber entfernen kann. Sicher, manche Weinflaschen haben dazu eine kleine Lasche, mit der man die Hülle entfernen kann, aber oft trennen die nicht sauber genug. Und das letzte, was passieren darf, ist, dass der Wein beim Einschenken über ein Stück der noch abstehenden Hülle fließt. Also klappt man das Messer aus, setzt einen sauberen Schnitt um den Flaschenhals und fertig. Der Hebelmechanismus des Kellnerbestecks garantiert dann beim Entkorken, dass man ohne viel Kraft vorgehen kann. Das ist ebenfalls wichtig, denn der normale Korkenzieher erfordert Kraft. Jeder kennt das Bild, die Flasche irgendwie zwischen Körperteile geklemmt und dann mit aller Gewalt den Korken herausgerissen. Dabei wird der Wein durchgeschüttelt, und das mag er nicht so gerne. Dazu läuft man Gefahr, die Spindel zu weit hineingedreht zu haben, dann bröselt Kork in den Wein, oder zu wenig tief, dann reißt er unter Umständen ab.
Kellnerbestecke gibt es in allen Varianten, mein Favorit ist seit Jahren das Kellnerbesteck von WMF. Es ist schön schwer, schafft auch recht festsitzende Korken, das Messer ist gut zu bedienen und mit gefällt das schlichte, aber massive Design. Er ist mit um die fünfzig Euro nicht ganz billig, aber jeden Cent wert. Fast jedes Kellnerbesteck verfügt auch noch über einen Kapselheber. Bei vielen funktioniert der aber eher schlecht, beim WMF jedoch absolut perfekt.

Hier ein Bild von meinem Favoriten:

WMF

Die Alternative zum Kellnerbesteck:

Eigentlich keine. Jedoch, es gibt Korken, die sind hart wie Stein. Bei denen kann selbst das stabilste Kellnerbesteck an seine Grenzen kommen, dann reicht der Hebel nicht mehr aus, um den Korken leicht und ohne Beschädigung herauszubekommen. In diesen seltenen Fällen kommt diese Variante zum Einsatz:

Hebel

Die beiden Hebelarme ziehen jeden Korken sicher heraus. Das einzige, worauf man beim Kauf achten muss, ist, dass die Spindel eine gerade Spitze hat. Eine gebogene Spindel muss man leicht schräg ansetzen, um sie dann nach der ersten Drehung senkrecht weiter bewegen zu können. Bei diesem Modell geht das nicht, da der Ring eben auf den Flaschenhals gesetzt wird. Ist die Spindel-Spitze gebogen, neigen steinharte Korken dazu, zu zerbröckeln. Bei einer senkrechten Spitze passiert das nicht. Diese Variante ist übrigens auch optimal für die sehr festsitzenden Korken in Schaumwein, z.B. Proseccoflaschen, bei denen das Kellnerbesteck meist auch zu schwach ist.

Hier noch ein paar Beispiele aus meiner Korkenziehersammlung, alles Modelle, die ich nicht wirklich benutze, aber eben sammle.

Ein Erbstück, durch die Schutzkappe auch gut für unterwegs geeignet:

Erbstück

Aus massivem Silber. Leider mit hässlichen Gummiringen, als Verschluss der Flasche gedacht, was natürlich völliger Unsinn ist:

Das Showgerät, sorgt für den Aha-Effekt am Tisch, da fast vollautomatisch die Spindel mit dem großen Griff “eingedreht” wird und im Gegenzug der Korken herauskommt und im letzten Schritt von der Spindel gestreift wird:

Show

Wenn ihr mal in Italien in der Nähe des bezaubernden Ortes Barolo unterwegs seid (ja, da kommt auch der gleichnamige Wein her), empfehle ich einen Besuch im dortigen Korkenziehermuseum:

Museum

Sodann, Zeit, eine gute Flasche zu entkorken und ein Glas zu genießen. Salute!

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