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Nachdem ich jetzt auf Anweisung meiner Mama (telefonisch erteilt, von Italien aus) zwei Tage hintereinander schon um Mitternacht ins Bett bin, muss ich sagen, eine echte Scheiss-Idee. Bereits gestern konnte ich nicht mehr einschlafen. Nachdem ich mich also bis um 1.00 Uhr im Bett rumgeworfen habe, bin ich wieder aufgestanden. Um das Material zu schonen, schalte ich mein WLan nachts ab. Egal, dachte ich, hab ja genug 3G-fähige Geräte. Spaßeshalber hab ich dann am Handy mal einen Speedtest laufen lassen, Ergebnis: 1.964 KBit/s. Schien mir wenig, also das ganze nochmals am iPad wiederholt, am neuen, tja, und dann kam mein Spieltrieb durch. Also holte ich mir einen Aschenbecher, machte eine Flasche Bier auf und erstellte den ultimativen Speed-Vergleichs-Test 🙂

Natürlich ist dieser Test nicht aussagefähig, welche Geschwindigkeit mit den verwendeten Geräten generell zu erreichen ist, oder welchen Speed der Netzbetreiber tatsächlich schaffen kann. Die gemessenen Geschwindigkeiten gelten genau für einen einzigen Ort, nämlich für meine Couch, im Wohnzimmer, am großen Nordfenster. Sicherlich wurde das Testergebnis von diversen Faktoren beeinträchtigt. Dem Wetter zum Beispiel, oder der Uhrzeit, vielleicht auch, weil ich in Bayern italienisches Bier trank, oder die Farbe meiner Couch (dunkles Kaffeebraun) nicht ganz zu meinem Schlafanzug passte. Was ich damit sagen will, eine ganz individuelle Geschichte, aber, doch interessant genug, wie weit die einzelnen Geräte auseinander liegen. Denn allein die Differenzen dürften relativ reproduzierbar sein, was immer man auch an anderen Orten oder mit anderen Providern an Geschwindigkeit erreicht.

Getestet habe ich alle drei Geräte mit der gleichen SIM-Karte von T-Mobile (Tarif Business Complete XL). Getestet wurde ein iPhone 4S, ein iPad 2 und das neue iPad, das ich der Einfachheit halber iPad 3 nenne. Zur Messung habe ich Speedtest.net verwendet, die App ist im App-Store kostenlos erhältlich.

Gerade das iPad 3 war ja wegen der „LTE-Lüge“ schwer in der Kritik. Eines scheint die LTE-Technik jedoch zu bewirken: die Antennen sind stark verbessert, gegenüber dem iPad 2.

Ich habe jeweils 6 mal gemessen, dann das beste und schlechteste Ergebnis gelöscht und aus den restlichen das mittlere ausgewählt:

Hier nun die Ergebnisse:

Zuerst das iPhone 4S:

iPhone 4S
iPhone 4S

Dann das iPad 2

iPad 2
iPad 2

Und nun das neue iPad 3

iPad 3
iPad 3

Der Speedunterschied ist schon sehr beachtlich. Ich habe heute Mittag nochmals gemessen, weil ich die Rate eigentlich gar nicht glauben konnte. Selbst tagsüber kam ich jedes mal wieder spielend auf über 7.000 KBit/s

So, das war mein kleiner Test mit dem ich mir gestern Nacht die Zeit vertrieben habe. Als ich um halb 3 zu Bett gegangen bin, konnte ich übrigens sofort schlafen. Aber psssst, nichts Mama verraten.

Es ist Mittag vorbei, ich schaue aus dem Fenster, in München, auf den Kirschbaum. Seine Blüten sind weiß. Ok, eigentlich sind sie eher schmutzig-weiß-grau. Ich kann nicht einmal erkennen, ob das Blüten sein sollen, die JETZT blühen, oder ob das schon verblühte sind. Ich fürchte aber, es sollen aktuelle sein…
Es ist Mittag, gegenüber hat ein Rentner begonnen, Holz zu sägen, pünktlich zur Mittagsruhe. Eine alte Frau sitzt im Garten, ihr Radio auf volle Lautstärke, nebenan wird wütend ein Fenster zugeschlagen. Mich stört es nicht, ich mag Geräusche. Sie bedeuten, dass um mich herum Leben stattfindet. Dass da andere Menschen sind, die jetzt gerade etwas tun, von dem sie denken, es ist richtig, es jetzt zu tun.
Ich bin müde. So unglaublich müde. Ich schließe für einen Moment die Augen, spüre die wärme im Zimmer, es ist heiß hier drin, die Sonne knallt in die großen Panoramafenster. Die Geräusche werden zu einem Murmeln, einem Brei aus verschiedenen Quellen, die sich langsam und träge vermischen, mich in einen Strudel spülen. Wenn ich die Augen ganz fest zudrücke, explodieren Farben, die sich in Wellen vor meinem Geist schwingen, pulsieren, sich erneuern, intensiver werden.
Ich lasse mich im Stuhl nach hinten sinken und sehe eine Piazza, eine große Piazza, mit Kopfsteinpflaster. Das Bild gefällt mir, ich beschließe, zu bleiben.
Es ist Mittag. Die Piazza ist fast quadratisch, alte historische Gebäude umringen sie an an allen vier Seiten. Wie üblich sind fast alle Fensterläden angeklappt. Das Kopfsteinpflaster glüht, die Sonne brennt darauf und setzt allerlei Gerüche frei, die sich dort angesammelt haben. Es muss August sein, oder wenigstens Juli. Die obligatorische Bar hat ihre Markise ganz ausgefahren, der Schuster hat geschlossen, er ist wohl Zuhause, bei seiner Familie, Mittagessen, danach ein Schläfchen machen. Eine Katze, dort an der abgebröckelten Mauer, starrt stur auf eine Ritze, bewegungslos, hypnotisierend, hoffnungsvoll. Es geht ein ganz leichter Wind, der vom Meer her zieht. Aber der Wind ist warm, er reicht gerade so, den Schweiß etwas zu trocknen. Ein Hund läuft ganz dicht an der Mauer entlang, sucht den nicht vorhandenen Schatten, er hechelt. Eine alte Frau kommt aus der Kirche, ganz in schwarz, sie schlurft über den Platz, die Hitze scheint sie nicht zu bemerken. Vor mir steht ein Glas Weißwein, der Wein war eiskalt, als er kam. Das Glas ist beschlagen, Kondenswasser läuft aussen herab, in kleinen Perlen, er schwitzt, denke ich. In der Bar dudelt Musik, schält sich plötzlich aus dem Geräuschebrei heraus, ich drehe langsam etwas den Kopf, versuche es zu verstehen. Es ist eine Verkehrsdurchsage. Auf Deutsch. Ich bin an meinem Schreibtisch. Zurück. Und so unglaublich müde.

it

…amore…

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Auf der Suche nach einem Neuen – oder wonach ich ein Restaurant auswähle

Nach dem das Wetter gestern durchwachsen war, begrüßte mich heute morgen strahlend blauer Himmel. Das Meer, dass man von unserem Haus im Hinterland gerade noch erkennen kann, lockte mit sattem blau. Also rief ich ein paar Freunde an, und wir beschlossen, den Tag am Meer zu verbringen. Nach endloser Diskussion, wo wir essen wollen, beschlossen wir mal wieder ein neues Restaurant zu finden. Immer ein gewisses Risiko, denn wenn das Essen nicht passt, ist die Enttäuschung groß.

Wir fuhren über Land und erst bei Rimini runter an die Küste, das sind auch die ersten Bilder, die man unten sieht, noch in den Ausläufern der Hügel, aber dem Meer schon ganz nah. Rimini ist für mich immer ein bisschen zu hektisch, zu laut. Die Strände sind endlos, gesäumt von Hotels und bunten Strandbädern. Wir fuhren also gleich an der Lungomare nach Norden, in Richtung der kleineren Orte.
Immer in Schrittgeschwindigkeit, immer die Augen auf allem, was ein Restaurant sein könnte. Ich mag diese pseudo noblen Lokale an der Küste nicht, mit ihren gestärkten Tischdecken, dem versucht noblen Ambiente, immer ein oder zwei teure Sportwagen vor der Türe, von Gästen, die Restaurants nach ihren Preisen auf der Speisekarte bewerten.
Fast noch schlimmer, Lokale für Touristen, zu erkennen an vergilbten Fotos von gefüllten Tellern auf der aussen angebrachten Speisekarte.
Wie immer waren wir zu spät, es ging auf halb zwei, kein Lokal in Sicht, der Hunger wurde grösser, die Laune schlechter.
Dann, aus dem Augenwinkel, ein kleines Bagno, etwas runtergekommen, auf der ersten Blick sah es wie geschlossen aus, aber die Tür stand etwas offen, draussen lehnte eine Leiter.
Drinnen leer, klar, es ist keine Saison. Alte Fenster, abgeblätterte Farbe an den Wänden, braune Tischdecken. Aber, an einem Tisch aß die Familie. Eine Familie, die in ihrem Lokal isst, bedeutet meist, der Chef kocht selbst. Dazu noch die Oma, der Opa, ein Familienbetrieb also.
Nächster Punkt, die Speisekarte. Es gab keine. Sehr gutes Zeichen. Das heisst, es gibt, was eben auf dem Markt heute frisch und gut zu bekommen war.
Und das Restaurant war ein Volltreffer. Tisch mit Blick aufs Meer, mit die besten Spaghetti Vongole (mit Venusmuscheln) die ich seit langem gegessen habe. Gegrillter Fisch, unglaublich gut und genau richtig zubereitet. Die Nudeln von der Oma hausgemacht, ebenso die Desserts. Weißwein aus der Region, offen aus dem Krug. Rundum perfekt. Und wie üblich, nachdem man sich ein bisschen mit dem Wirt unterhalten hat, verlässt man das Lokal als Freund und Stammgast.
Dazu war es heute traumhaft mild, so dass ein langer (und notwendiger) Verdauungsspaziergang den Tag am Meer perfekt gemacht hat.
Das Lokal ist das Ristorante Delfino in Torre Pedrera, direkt an der Lungomare.

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Heute durfte ich ein neues Lokal ausprobieren. Es liegt in einem kleinen Dorf, im Hinterland der Emilia Romagna. Über steile Stufen gelangt man hinab in das Lokal. Es ist nicht wirklich ein Keller, es liegt direkt in der alten Festungsmauer des Orts. Von der Piazza aus viele kleine Treppen hinunter, um Ecken herum, landet man schliesslich in den Gasträumen. Es sind viele kleine und grössere Kammern. Man befindet sich nun unterhalb der Piazza, aber auf der äusseren Seite der Stadtmauer, so dass man aus den kleinen Fenstern einen atemberaubenden Blick auf die Landschaft geniesst. Von der Pasta, über das Brot, den Wein, die Desserts, alles ist hausgemacht, ursprünglich, ohne irgendwelche Zusätze. Das Fleisch stammt von umliegenden Bauernhöfen, das Wasser aus einer eigenen Quelle. Ich war in vielen Restaurant, selten habe ich diese perfektionierte Qualität gefunden. Die Gerichte sind einfach, ohne jeden Schnickschnack, direkt, ehrlich und umwerfend gut. Selbst ganz am Schluß, wenn alles aufgegessen ist, das Dessert beendet, der caffè getrunken ist, bringt der Wirt noch das i-Tüpfelchen: er stellt je eine Flasche Limoncello und Grappa auf den Tisch. Der Limoncello ist selbst angesetzt und der Grappa selbst gebrannt.
So umwerfend wie das Essen, sind die Preise. Normalerweise zahlt man hier in der Gegend für hausgemachte Nudeln als Vorspeise zwischen 9€ – 14€, ich habe unten zwei Fotos der Speisekarte mit eingestellt, absolut unglaublich, aber die günstigen Preise machen den Genuß perfekt.

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Ein paar Impressionen, die ich heute Nachmittag eingefangen habe. Ein kleines Dorf, eine Piazza, eine Bar. Genau das richtige, um nach dem Essen ein paar Schritte zu laufen, zu gucken und noch einen caffè zu trinken. Das Dorf liegt in der Emilia Romagna, Italien.

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Rathaus

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Bar

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Balkon

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So heißt fast jede Piazza

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Kirche

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Gasse

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Stadthaus

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Dächer

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Dorf

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Bar

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Blick

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Berge

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Absatzkiller

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Noch bisschen was Süßes

Als ich gerade durchs Dorf lief, um mir noch ein wenig die Beine zu vertreten, stand ich plötzlich vor der Bar an der Piazza. Es ist kalt heute Abend, ein sternenklarer Himmel, und da wir hier etwas höher sind, ein wirklich frischer Abend. Also ging ich rein, und war sofort wieder das kleine Mädchen. Seit ich denken kann, gibt es diese Bar. Hier wurde früher die Post für die weiter entfernten Häuser abgegeben, hier spielte man Lotto, erfuhr alle Nachrichten. Die Alten sitzen beim Kartenspiel, ein Glas Wein vor sich, an dem sie gelegentlich nippen, während sie ihre Mitspieler belauern. Es gibt Zeitungen, Zigaretten, Telefonkarten. Die Espressomaschine brummt vor sich hin, an der Decke dreht sich der Ventilator und keiner schert sich um das landesweite Rauchverbot. Eine Polizeistation gibt es ohnehin nicht in der Nähe. So war es vor 20 Jahren und so ist es immer noch. Ein eigener Mikrokosmos, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Wenn man damals Glück hatte, bekam man ein Eis.
Heute bestelle ich mir ein kleines Bier und Lucca, der die Bar von seinem Vater übernommen hat, zwinkert mir zu. Es ist, als wäre ich nie weggewesen. Es ist spät, aber Luccas Sohn stampft noch durch die Bar, schaut flehend auf die Eistheke und ich weiss, hier wird sich auch in 20 Jahren nichts ändern.

Hier noch ein Foto, dass ich heute Nachmittag gemacht habe.

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Zum ersten mal hier gegessen, aber ganz sicher nicht das letzte mal.
Wir hatten am Tisch alle Gerichte, die auf der Karte waren, und ich hab von allen probiert. Fazit: Umwerfend, grandios, unglaublich. Weil ich so begeistert war, hat der Wirt mich abgeküsst und mir zum Dessert seinen hausgemachten Limoncello gebracht.

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Die kleinen Straßen in den Hügeln hat das Navi nicht gepackt, aber ich hab die Osteria doch gefunden. Traumhaft schön hier.

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