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Archive for the ‘DAILY’ Category

endless summer

Tja nun. Am Ende des Sommers geht es mir wie jedes Jahr. So viele Bilder in meinem Kopf, von so vielen Kleinigkeiten. Meist waren es in dem Moment, als ich sie erlebt habe, völlig unbedeutende Szenen, kurze Sequenzen. Zum Beispiel der Geruch einer von der Sonne verbrannten Wiese, das Geräusch, wenn in der Ferne ein Traktor fleißig seine Arbeit verrichtete, während alles sonst in absoluter Stille lag, weil sich niemand bewegen wollte, bei der Hitze. Das Zirpen der Zikaden nachts, am offenen Fenster, die mich in den Schlaf gesungen haben, der Tag, an dem es so heiß war, dass man sich im Sand schon vormittags die Füße verbrannt hat, der Geruch nach Fisch, wenn man am Hafen vorbeilief. Ein Blick hier, eine Geste da, das Rauschen der Brandung, wenn wir nachts schwimmen waren, die Schwalben, die aufgeregt das Gewitter angekündigt haben, die Sonnenblumenfelder, die verdorrt, aber immer noch gelb, im lauen Wind wogten.
Und jetzt ist es kühl. Der Herbst ist da. Und ich bin auch wieder zurück. Zurück aus einem Sommer, der diesmal so lang war, dass ich anfangs dem Gefühl nachgab, er würde niemals enden.
Mein Kopf platzt fast von all den Bildern, Emotionen, Gedanken, Eindrücken, die ich diesmal ganz bewusst gesammelt habe, nur für mich, in dem ich nicht online war, nichts geteilt habe, alles nur in mich aufgesogen habe.
Und jetzt, wo der Herbst beginnt, man wieder viel im Haus ist, sich mit einem Glas Rotwein tröstet, ist es an der Zeit – an der Zeit, ein neues Buch zu beginnen.

summer

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Bye bye summer

Es war so schön heute Morgen nochmals barfuß in der Sonne zu stehen, die Wärme zu spüren, sich zu erinnern, an den langen Sommer. So viele Fragmente an Bildern, Emotionen, Erlebnissen, oft nur Kleinigkeiten, die sich, warum auch immer, eingeprägt haben. Dinge, die in dem Moment, in dem man sie erlebt hat, gar nicht so besonders schienen, aber jetzt plötzlich ein gutes Gefühl im Bauch machen. Und dieser Sommer war gut zu mir, obwohl ich ihn zum ersten Mal nicht zuhause verbracht habe, sondern in München geblieben war. Die vielen Tage, an denen ich auf meiner Terrasse saß und den Duft des Südens genießen durfte, die Hitze spüren, und manchmal habe ich mir einfach eingebildet, hinter den Häusern gegenüber sei das Meer, das man manchmal sogar riechen konnte, wenn der Wind aus Westen genug Kraft hatte, etwas Meeresluft bis hier her zu transportieren. Der Morgen heute war nochmals ein Geschenk, die Sonne gab nochmals alles und ein letztes Mal habe ich wie im August die Terrasse so hergerichtet, als würde dieser Tag nie enden. Am Nachmittag kam der Sturm, brachte dunkle Wolken und Kälte mit. Und jetzt tröstet ein Glas Rotwein, während die Gedanken ein Lächeln zaubern, denn es war ein schöner Sommer. Trotz allem. Danke dafür ❤

sunny-umbrella

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SchreibEnde

Ich lese gerade nochmals mein soeben fertiggestelltes Buch, die letzte Korrektur, vor der Veröffentlichung. Diesmal hatte ich die Möglichkeit, fast jeden Tag zu schreiben, im Gegensatz zu den bisherigen Büchern, die ich immer „nebenbei“ schreiben musste. Es waren viele Tage dabei, da saß ich den ganzen Tag vor einer leeren Seite, habe nicht eine Zeile geschafft. An manchen Tagen lief es gut, einmal habe ich sogar meinen persönlichen Rekord, der bei vier Seiten lag, eingestellt, mit ganzen zehn Seiten. Wenn man diese Stunden am Rechner verbringt, und nichts gelingt, hat man viel Zeit, um nachzudenken. Schreiben ist hart. Und es ist insofern grausam, weil man am Ende des Tages genau sieht, was man geleistet hat – oder eben auch nicht. Aber jetzt, nach dem dritten Buch, das in die Veröffentlichung geht, weiß ich eines ganz sicher. Ich liebe es! Ich bin süchtig danach, zu schreiben. Es ist wunderschön, jedes Buch eine Erfahrung, bei der man an seine Grenzen gehen kann – und doch auch so viel Schönes erlebt.

Jetzt, wo ich gerade nochmal alles durchlese, kommen so viele Erinnerungen hoch. Ich weiß bei fast jeder Sequenz noch, an welchem Tag ich sie geschrieben habe, was ich dabei dachte, was ich gefühlt habe, welches Wetter war, in welcher Stimmung ich gewesen bin. Es ist eine wunderbare Erinnerung, und auch irgendwie ein Abschied, wenn ich das Buch freigebe.

Und hatte ich mir zuvor noch so sehr geschworen, eine Pause einzulegen, so spüre ich bereits jetzt schon wieder diesen Drang, in die Tastatur zu tippen und die nächste Geschichte auf den Weg zu bringen.
(Mein neues Buch „Chiara und die alte Abtei“ erscheint diesen Juli)

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Ostergedanken

Für mich ist Ostern etwas Besonderes. Etwas besonders Schönes. Es komprimiert für mich mit den wenigen Tagen von Karfreitag bis Ostermontag ganze Lebenssituationen. Ich bin zwar gläubig, aber mein Glaube ist sehr wenig an eine der führenden Weltreligionen angelehnt. Dennoch deprimiert mich der Karfreitag immer ein wenig. Tanzverbot, Jesuswitze, traurige Filme, Ablehnung auf der einen Seite, zu große Dramatisierung auf der anderen. Der Ostersamstag ist dann irgendwie schon entspannter, ein Tag, der „so dazwischen“ hängt, ohne feste Richtung, aber mit der Aussicht auf zwei weitere Tage, an denen man schöne Dinge tun kann. Und dann kommt der Bilderbuchtag. Der Ostersonntag, ein ganz besonderer Sonntag, hat man ihn doch quasi doppelt, durch den darauffolgenden Feiertag. Alles, was man sonst sonntags macht, immer auch ein bisschen hektisch, weil man ja ganz viel Entspannung reinpacken möchte, ist plötzlich leicht, unbeschwert. Weil man ja am Ostermontag noch einmal dazu Gelegenheit hat. Und so bedeuten diese vier Tage für mich, dass man sich erst ein bisschen durchkämpfen muss, dann durchatmet und dann alles gut wird. Wie so oft auch im Leben. Und anders als Weihnachten, wenn man in ein oft ungewisses neues Jahr aufbricht, ist man Ostern schon ein wenig etabliert, im neuen Jahr. Der Frühling hat schon begonnen, alles ist schon im Fluss, nicht mehr ganz neu, aber dafür unaufgeregter. Und so kann jeder, ob nun Ostern für ihn ein christliches Fest ist, oder „nur“ ein paar Feiertage, dieses Fest auf seine Art genießen. Denn diese kurze Auszeit, die die Seele streichelt und einfach ein wenig Hektik nimmt, tut uns allen so gut. Also ist es ein Aufbruch, ein Neuanfang, eine Orientierungshilfe, wie auch immer jeder das für sich auslegen mag, ganz egal, es ist gut. Und so bekommt vielleicht auch für den einen oder anderen der Begriff „gesegnetes Ostern“ eine neue Bedeutung. Denn Segen ist nicht nur etwas Liturgisches, Segen ist etwas, das wir in vieler Hinsicht verwenden. „Es ist ein Segen“ ist längst auch im Sprachgebrauch verankert, für etwas allgemein Gutes. In diesem Sinne, wünsche ich allen ein gesegnetes Osterfest.

Frohe_Ostern

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SOMMERTAG

Träger, heißer Nachmittag. Die Luft duftet nach sonnenverbranntem Gras. In der Ferne rumpelt ein Traktor übers staubige Feld. Die Luft flimmert.
Der eiskalte Weißwein kondensiert sofort aussen am Glas und hinterlässt eine kleine Pfütze auf dem Tisch.
Eine Fliege torkelt träge durch die Luft, während die schroffen Gipfel des Apennin hinter einem Schleier aus Hitzedunst verschwimmen.
In die andere Richtung kämpft das tiefe blau des Meeres mit dem endlosen blau des Himmels um die schönere Farbe.
Sommer. Zuhause. Italien.

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Landwein

Gestern habe ich Rotwein getrunken. Das ist an sich nicht weiter erwähnenswert, ich trinke ständig Rotwein. Ich wusste gar nicht mehr, wo die Flasche herkam. Es war ein französischer Wein. Literflasche. Mit Schraubverschluss. Landwein. Vermutlich Plörre. Keine großartigen Angaben auf dem Etikett. Ich gebe zu, ich habe kurz gezögert, bevor ich ihn aufgemacht habe. Die Farbe: blass. Ich mag keine Weine, durch die man durchsehen kann, ich mag die dunklen, schweren Weine, die fast wie dickes schwarzes Blut aussehen. Ich habe vorsichtig daran gerochen. Ein Wirrwarr an Aromen schlug mir aus dem Glas entgegen. Dann, ein vorsichtiger erster Schluck, während ich eigentlich schon überlegte, welchen „echten“ Wein ich mir aus dem Keller hole. Aber irgendetwas an dem Geschmack löste eine ganz entfernte Assoziation bei mir aus. Ich nahm das Glas mit auf die Terrasse, nippte ein paar Mal daran und schloss dann die Augen. Gerade noch war es kühl, aber plötzlich fühlte ich die Sonne auf meiner Haut, sah weite Felder, mit Sonnenblumen, Lavendel und Weizen. Und ich ließ mich in dieses Bild fallen, war plötzlich in der Provence, stellte mir den Bauern vor, der diesen Wein gemacht hatte. Der vielleicht wußte, dass das nie ein großer Jahrgang werden würde, aber der sich bemühte, das, was sein Feld und seine Reben hergeben, so gut wie möglich zu nutzen. Ich sah ihn vor mir, wie er abends vom Feld heimkam, die schweren Stiefel abstreifte, sich ein Glas von diesem Wein einschenkte, eine Gauloise dazu anbrannte und in den Sonnenuntergang blickte. Und wie er sich daran freute, dass es sein Wein war, sein eigener Wein. Den er die nächsten Jahre immer besser machen würde, so lange, bis er zufrieden damit war. Und in Gedanken lächelte ich ihn an, sagte „salute“ zu ihm und freute mich mit ihm darauf.

Feld

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Ich bin fertig. Gerade eben habe ich mein Buch beendet. Meine Geschichte, oder zumindest einen Teil davon. Dieses Gefühl, es ist unbeschreiblich. Zwischendurch dachte ich, ich zerbreche daran, das alles aufzuschreiben. Und jetzt sitze ich hier, heule wie verrückt. Aus Freude, aus Trauer, aus Erleichterung, aus Dankbarkeit. Ein Gefühlsmix, der sich neu anfühlt. Aber der wunderschön ist.

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