Weil ich Mittags schon Essen war, teile ich mir die Pizza mit meiner Nichte.
Ich werde schief angeschaut, weil ich statt wie üblich Bier, Rotwein dazu bestelle. Aber endlich wieder Rotwein zu bekommen, der nicht die Tortour eines Transports über den Brenner hinter sich hat, darauf hab ich mich zu sehr gefreut.
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Emotional wiederholt sich dieses Jahr eigentlich alles, was ich letztes Jahr bei meinem Heimaturlaub zu Ostern erlebt habe. Warum gerade Ostern? Weil das bei uns ein großes Fest ist. Im August und zu Pfingsten habe ich viel Zeit mit Freunden am Strand verbracht. Ostern ist familiärer. Und für ganze Tage am Strand ist es noch nicht warm genug. Aber ich will das nicht wieder alles hier aufwärmen. Letztes Jahr stand ich unter Schock. Aus den vermeintlich ein bis zwei Monaten Deutschland war ein halbes Jahr geworden, und selbst mit viel „schönreden“ war mir klar, dass es noch einige Monate, wenn nicht Jahre mehr werden würden.
Dieses Jahr ist mein Gefühl anders. Ich bin ausgepowert, müde und aus Verzweiflung ist eine Ungeduld geworden, die ich mit 70-Stunden Arbeitswochen zu kompensieren versuche. Immerhin werde ich dieses Jahr auf insgesamt drei Monate in Italien kommen, das ist ein viertel Jahr, 25%, ok, drei Monate klingt am besten…
Ich habe diesmal Goethe im Gepäck, „die italienische Reise“, da ich deutsche Wurzeln habe, dachte ich mir, ich sollte es lesen. Von ihm stammt der in der Überschrift zitierte Satz vom Land, in dem die Zitronen blühen. An meinem kleinen Haus am Meer habe ich heute gesehen, dass mein Zitronenstrauch ein paar Früchte trägt. Das paßt, dachte ich mir da, und plötzlich war meine Anspannung, wie ich diese paar Tage hier maximal nutze, wie weggefegt.
Ich bin heute, glaube ich zum ersten mal, am Tag von Deutschland aus nach Italien gefahren. Ich wollte das, ich wollte es sehen, wollte verstehen, was anders ist.
Was ich in dem Jahr verstanden habe ist, dass ich sehr Stolz auf meine deutschen Wurzeln sein kann. Deutschland ist ein wunderbares Land. Und ich habe nun auch kapiert, dass die Deutschen zwar pausenlos auf ihr Land schimpfen, aber im Grunde doch ganz stark verwurzelt sind. Zuerst hatte mich das nämlich sehr irritiert. Italiener halten ihr eigenes Land prinzipiell für das beste, schönste und tollste Land überhaupt. Unser Nationalstolz ist unerschütterlich. Deutsche dagegen reden alles schlecht. Als ich neu war, habe ich gedacht, ohje, ich bin in einem Land, dass die eigenen Leute nicht ausstehen können. Jetzt habe ich dieses „Spiel“ durchschaut. Dieses Geschimpfe gehört einfach dazu, eine Marotte, aber eine Liebenswerte.
Ich ertappe mich ab und an dabei, wie ich mir überlege, wie wunderbar wohl eine Mischung aus beiden Mentalitäten wäre. Das „beste aus zwei Welten“, wie mir neulich jemand hier geraten hat. Und dann erkenne ich die große Chance. Ich bin eine Mischung aus einem deutsch-italienischen Genmix. Es liegt an mir, die jeweils besseren Seiten herauszuarbeiten, eine spannende Aufgabe, die mir irgendwie gut gefällt.
Auf dem Foto sieht man meinen Zitronenbaum 🙂
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Als ich vor einem Jahr zu Ostern nach Hause nach Italien gefahren bin, war ich sehr euphorisch. Mit dem Plan im Gepäck, vieles zu besprechen und meinen Aufenthalt in Deutschland bald beenden zu können.
Aber es kam anders, das Projekt wurde umfangreicher statt kürzer und jetzt ist ein Jahr vergangen. Ich bin immer noch in Deutschland. Ein Jahr, es ist unglaublich, wie zäh so ein Jahr vergeht, wie unvorstellbar lang es sich hinzieht, wie kalter Honig, der nur widerwillig von einem Löffel tropft. Andererseits war es nichts, kaum durch den Montag gekämpft, war jede Woche schon wieder vorbei, die Tage rasten im Nachhinein an mir vorbei wie ein ICE bei dem Du versuchst, jemanden oder etwas in den Fenstern zu erkennen, aber bis Du Dich versiehst, ist der Zug schon lange weg.
Aus der anfänglichen Furcht, die Zeit hier nicht rumzukriegen ist lange schon die Panik geworden, zuviele Jahre zu versäumen, etwas zu verpassen, nicht das Leben leben zu können, das ich mir eigentlich vorstelle.
Diesmal gehe ich ohne irgendwelche Erwartungen nach Hause. Längst ahne ich, dass mein Job hier in Deutschland viel zu gut läuft, als dass man mich bald wieder ganz zurück nach Italien lässt. Aber ich habe natürlich längst meine eigenen Pläne…
Das Reisetagebuch von meinem Osteraufenthalt letztes Jahr findet ihr hier im Blog unter: https://ladyitaly.com/category/heimaturlaub-ostern-2011/
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Der Sportboothafen von Marina die Ravenna. Ich wohne ganz in der Nähe.
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Nach einem ausgedehnten Abendessen bei Freunden, mit endlos vielen Gängen, wundervollem Wein, wertvollen Gesprächen. Das Haus steht auf einem Hügel, ein altes Natursteinhaus, an dessen Restaurierung ich mitgearbeitet hatte. Das Haus strahlt eine atemberaubende Magie aus. Ich weiß noch, dass ich dort endlos lange gestanden bin und diesen Blick in mich aufgenommen habe.
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„Meine“ Stadt. Ja, auch hier regnet es tatsächlich mal. Das Kopfsteinpflaster in der historischen Altstadt, dem „Centro Storico“ wird dann sofort glitschig. Aber es gibt so endlos viele süße Cafés und gemütliche Bars, und die Sonne läßt nie lange auf sich warten. So hält man einfach ein kurzes Schwätzchen mit den anderen Gästen – natürlich übers Wetter – und genießt die Zeit.
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Die Zeit sitzt mir im Nacken, denn Projekt-Ende bedeutet endlich zurück nach Hause. Aber manchmal, so wie heute, nach einem zähen, aufreibenden, aber schließlich glücklich beendeten Meeting, beginnen meine Beine auf dem Weg zurück zum Auto plötzlich in den slowmotion Modus zu wechseln. Und auf einmal werden aus den Tunnelwänden links und rechts von mir farbenfrohe Bilder, das Grundgemurmel der Stadt verändert sich, ich nehme auf einmal Wortfetzen war, erst einzelne, dann immer mehr, ganze Sätze schließlich. Gerüche werden plötzlich bewusst. Ein Gefühl, wie wenn ein Karussell langsam ausläuft, wenn aus der Farbensuppe mit einem Mal wieder Bilder werden, die Fragmente wieder einen zusammengesetzten Sinn ergeben.
Da ist das Kind mit dem Roller, dass kleine Kunststücke übt, oder die Mutter, die ungeduldig wartet, weil das ganz Kleine schon wieder an irgendetwas stehen bleibt und es staunend betrachtet. Oder der Mann, gepflegt, Cordjacke, Künstlerschal, der seine Taschen abklopft und unflätig dazu flucht. Was er wohl vergessen hat? Sein Handy, Zigaretten, eine Notiz? Ich werde es nie erfahren. Ein Business-Man, hastiger Schritt, sorgenvolles Gesicht, der Nächste, eilig, hastig an der Zigarette ziehend, wohl um noch so viel wie möglich an Nikotin zu speichern, vorm nächsten Termin. Das Pärchen, dass sich verliebt ansieht, er mit einem Laib Brot und einer Flasche Wein im Arm, sie werden heute denke ich nicht nur essen…
Da, das Literaturhaus, beeindruckend, mit dem Café im Erdgeschoss. An den Tischen bunte Mischungen, der eine da, mit Smartphone und Tablet auf dem Tisch, beides in schicken Ledermappen, am nächsten Tisch Zwei, so stelle ich mir echte Schriftsteller vor, sie diskutieren intensiv, vermutlich über ihre nächsten Bestseller.
Ich gehe in die Kirche, auch hier so viele Emotionen, die Touristen, die die nächste Sehenswürdigkeit abhaken, dann Menschen mit Sorgen, die Trost suchen, andere, die sich wohl nur kurz ausruhen wollen, die Hektik draussen gelassen. Ich warte geduldig bis ich zwischen den vielen an die Marienstatue kann, stecke einen Schein in den Schlitz und zünde zwei Kerzen an, für meine Freundinnen.
Ich laufe weiter, entdecke den nächsten Platz, die nächste Kirche, und dann verwischen die Farben langsam wieder, das Gemurmel der Stadt vermengt sich zurück zu diesem Brei aus Stimmen, Geräuschen, Motoren. Und die Beine nehmen den alten Takt wieder auf, beschleunigen mich, der Blick fokussiert sich wieder auf den Tunnel, das Ziel.
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